Die Gremien der Selbstverwaltung in der "Gemain"

Das alte Gewohnheitsrecht sicherte der Dorfgemeinschaft einen gewissen Freiraum, in dem sie ihre Angelegenheiten in eigner Verantwortung oder in Abstimmung mit der Ortsherrschaft regeln konnte. Aus den Erfahrungen derJahrhunderte hat sich ein System von Gremien herausgebildet, das den Erfordernissen der bäuerlichen Genossenschaft Rechnung trug.

Das Baugeding

Eine für das Dorfleben bedeutsame Einrichtung war das alljährliche Baugeding. "Ding" oder "Thing" kommt aus dem germanischen Sprachgebrauch und bedeutet "Versammlung".

Das Baugeding war gleichzeitig

Dorfversammlung,

Pachtversammlung und

Gerichtsversammlung.

Einberufung:

Es war eine für das Dorfleben wichtige Veranstaltung, die von höchster Stelle, dem Landrichter als Vertreter des Landesfürsten, einberufen wurde. Zur Teilnahme waren alle Untertanen unter Strafandrohung verpflichtet.

Item so mann das Bawgeding Recht helt, so soll aim
Rath und ganzer gemain darzue verkündt werden
zue hören, was ihr Gerechtigkeit sey, das Baurecht
zue erwidern bey Pern zwey Pfundt, damit ein Jeder
weiß derselben zue geloben.- Jedoch wann solches Bau-
geding gehalten wirdt, so sollen die Hofmark-
herrschaft oder ihre Gewalthaber zuvor ain Land-
richter zue Monheim schriftlich ersuochen, hocher-
nannten unseres gnedigen Herrn Pfalzgraf
Philipp Ludwigen Unterthanen im Dorf gesessen
gebietten zu lassen

Teilnahmepflicht:

Wenn aber die Unnderthanen
uf des Landtrichters Gebot außer erheblichen
oder genuogsamen Ursachen außen bleiben und
nit erscheinen, so mögen dieselben Ungehorsamen
vermög dier Ehehaft Puncten gestraft werden
und die Straf der Hofmarkherrschaft zu
reichen schuldig sein


Ein Blick in die Vergangenheit Geschichte der Pfarrei Der Roemerstein von Wolferstadt Hagau Das Ehehaftbuch von 1571 Franzosen in Wolferstadt Geschichtliches von Zwerchstrass
Sühne für Mord und Totschlag Anwesen und deren Besitzer im 19.Jahrhundert Gefallen für...............

Wolferstadt im Licht der Ehehaft von 1571

Geschichte der Schule

Kapelle

Quellen der Geschichte: Gemeinderechnungen

Wolferstadt im Lichte der Ehehaft von 1571

Einleitung
Was bedeutet "Ehehaft"?
Neufassung von 1571
Fürstentum Neuburg
Das Domkapitel
Der Bereich der Hofmark
Die Bewohner
Allmende
Feldfrevel, Viehschäden, Zaunschäden, Gewässer
Weideordnung, Viehhirte, Zuchtviehhaltung, Nachtweide
Kastner - Richter - Vogt
Das ""Baugeding": Einberufung, Teilnahme
Dorf-, Pacht- und Gerichtsversammlung
Gerichtspersonen: Vereidigung
Die Vierer
Der Meier
Der Flurer
Hohe und Niedere Gerichtsbarkeit
Das Dorfgericht:
Innere Sicherheit: Waffen, Bedrohungen, Hausfrieden, Gottesläserung
Strafvollzug vor Ort
Ehehaftgwerbe: Maße und Gewichte-Dorfwirtschaften
Dorfmetzger-Tanzplatz -Dorfbader - Müller
Feuerschutz
Epilog, Schluss