Wolferstadt im Lichte der Ehehaft von 1571

von A.Wiedemann

."Hochwürdige, hochwohl - edel - geborene, hoch - und wohlgeborene, gestrenge, gnädige und hochgebietende Herrn"

So beginnt ein Schreiben , das vor über 300 Jahren der Wolferstädter Kastner an seine Vorgesetzten im Domkapitel Eichstätt gerichtet hat. Der Zeitgenosse unseres Jahrhunderts mag über diese übertrieben-schwulstige Anrede schmunzeln, für unsere Vorfahren drückte sie die Wirklichkeit einer Gesellschaftsordnung aus, in die sie hineingestellt, hineingeboren waren und wo jedem sein begrenzter Lebensbereich zugewiesen war. Eine kleine Minderheit war von Geburt "hoch-wohl-edel-geboren" und damit zum Gebieten bestimmt, während die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung niedrig geboren und deshalb als Untertanen zu gehorchen und zu dienen hatte.

Eine endlose Spanne - und dies nicht nur an Jahren - scheint uns von dieser Zeit zu trennen. Dabei stoßen wir bei uns im Dorf auf genügend Zeugnisse und Zeugen ,denen wir kaum Beachtung schenken. Wir gehen am Zehentstadel vorbei oder am Kastenhaus, reden von der "Vorstadt", von den "Streitäckern", gebrauchen die alten Hausnamen wie: "beim Kastner", "beim Zollbauer", "beim Bständner", "beim Baderveri, Baderkarl, Badmichala" und wir begegnen den alten geheimnisvollen Sühnesteinen, ohne über ihre historischen Wurzeln sich Gedanken zu machen.

Es ist nicht einfach, aus heutiger Sicht ein realistisches Bild der Lebens-und Arbeitswelt unserer Vorfahren zu entwickeln, so wie es vor 400 Jahren Wirklichkeit war. Für die einen Zeitgenossen war es das "finstere Mittelalter", für die anderen die "gute alte Zeit." Für eine möglichst objektive Einschätzung der damaligen Lebenverhältnisse bieten die vorhandenen schriftlichen Aufzeichnungen konkrete Hinweise. Eine überaus reichhaltige Quelle historisch wertvoller Fakten stellt das "Wolferstattische Ehehaftbuch" von 1571 dar. Es war über 3 Jahrhunderte lang wegweisend für das bäuerlich geprägte Dorfleben in Wolferstadt.

.

zurück: Seitenanfang nächste Seite: Was ist eine Ehehaft?


Ein Blick in die Vergangenheit Geschichte der Pfarrei Der Roemerstein von Wolferstadt Hagau Das Ehehaftbuch von 1571 Franzosen in Wolferstadt
1796-1806
Geschichtliches
von
Zwerchstrass
Sühne für Mord und Totschlag Anwesen
und deren Besitzer im 19.Jahrhundert
Gefallen für...............
1939/1945
+
Wolferstadt im Licht der Ehehaft von 1571 Geschichte der Schule 300 Jahre St.Laurentiuskapelle Quellen der Ortsgeschichte: Gemeinderechnungen
1796-1806

Wolferstadt im Lichte der Ehehaft von 1571

Einleitung
Was bedeutet "Ehehaft"?
Neufassung von 1571
Fürstentum Neuburg
Das Domkapitel
Der Bereich der Hofmark
Die Bewohner
Allmende
Feldfrevel, Viehschäden, Zaunschäden, Gewässer
Weideordnung, Viehhirte, Zuchtviehhaltung, Nachtweide
Kastner - Richter - Vogt
Das ""Baugeding": Einberufung, Teilnahme
Dorf-, Pacht- und Gerichtsversammlung
Gerichtspersonen: Vereidigung
Die Vierer
Der Meier
Der Flurer
Hohe und Niedere Gerichtsbarkeit
Das Dorfgericht:
Innere Sicherheit: Waffen, Bedrohungen, Hausfrieden, Gottesläserung
Strafvollzug vor Ort
Ehehaftgwerbe: Maße und Gewichte-Dorfwirtschaften
Dorfmetzger-Tanzplatz -Dorfbader - Müller
Feuerschutz
Epilog, Schluss