Der Hofmarkbereich

Im ersten Artikel der Ehehaft wird die Ausdehnung dieser Hofmark genau definiert:.

Erstlich soll sich solcher Hofmarkbezirk so weit er
strecken wie jetzt dato des Dorfs Häuser und Städel,
auch der anstoßenden Gärten, die ohne Mittel
Gartenrecht haben, vor Augen stehen. Alles lauth und
Inhalt des fürstlichen aufgerichten Vertrags, so sich
mit dato dieses Ehehaftbriefes vergleicht und dieses
Bezirks Insunderheit Meldung und Auswei
sung thuet.

Zum Hofmarkbezirk zählte also der mit Häusern und Städeln bebaute Bereich einschließlich der unmittelbar daran anschließenden Gärten.

Der Dorfetter:

Die Umgrenzung des Ortskomplexes bildete der sogenannte "Etter". Das war in der Regel ein Zaun oder eine Hecke aus Bäumen und dichtem Strauchwerk. Er diente ursprünglich wohl als Schutz zumindest vor allerlei Getier.
Der Ortsname Hagau dürfte auf eine derartige Umwehrung zurückzuführen sein. "Hag" bedeutet Hecke und Hagau somit "ein durch eine Hecke umgrenzter Bereich". Nicht selten wurden die Hintergebäude der Höfe, Scheune und Stallungen dicht an den Etter herangerückt, wodurch die Schutzfunktion verstärkt und der Charakter einer Wehrmauer entstand. Einen wirklichen Schutz gegen massive feindliche Übergriffe konnte dieser Dorfzaun natürlich nicht bieten.
Bedeutsam für das Dorfleben war die rechtliche Funktion der Umzäunung. Innerhalb des Etters galt schon immer ein besonderes Recht. Der Dorfbereich durfte nur durch bestimmte Zugänge, die Erblucken, betreten werden. Sie konnten mit einfachen Holztoren, den sogenannten "Valtern" (weil sie von alleine zufielen) abgesperrt werden. Über den Etter einzusteigen war verboten und wurde als Rechtsbruch geahndet. Die Instandhaltung und Pflege des Etterzauns gehörte zur verpflichtenden Aufgabe jedes Etteranliegers. . Beim jährlichen Etterumgang wurden eventuelle Schäden gerügt und die Behebung unter Androhung empfindlicher Strafen angemahnt. Das Einhauen eines Durchschlupfes oder auch nur das Abschneiden von Ruten war ein strafbares Vergehen.
Der Bereich "inner Etters",wie es damals hieß, genoss einen besonderen rechtlichen Schutz, den Dorffrieden. Straftaten, die im „eingeetterten“ Bezirk verübt wurden,wurden in der Regel strenger bestraft als außerhalb.

Sühnesteine:

Die beiden Sühnesteine – bei der Spitzmühle und nahe der alten Waserreserve –markieren die Stellen von Mordtaten, die im 15. Jahrhundert außerhalb des eingeetterten Dorfbereichs geschahen. Hatten die Opfer noch versucht die schützende Hofmarksgrenze zu erreichen oder wählten die Täter gezielt den Ort ihrer Übeltat außerhalb des „eingefriedeten“ Dorfbereichs?

Die Vorstadt:

Die heute noch übliche Bezeichnung "Vorstadt" für ein paar Häuser bei der Poldlmühle hat in der Lage "vor der eigentlichen Hofmark“ ihre historische Begründung; für einige Anwesen in diesem Bereich wurde die Sonderregelung getroffen,

..., daß die zwey Capitlischen güettlein bey der Obermihl soweit derselben Hofstätten reichen auch zu obberirten Hofmarksgerichtsbarkeit gehörig seyn sollen

Der Etter bildete die Grenze zwischen den beiden Hoheitsbereichen. Im Territorium "inner Etters" hatte in erster Linie das Domkapitel das Sagen, was außerhalb lag, gehörte -mit Ausnahme der „Vorstadt“- in die ausschließliche Gerichtsbarkeit Neuburgs.

"...Was aber außerhalb des oben spezifizierten Etters gelegen, soll der Landrichter zu Graisbach wie Landgebrauch und Herkommen dabei sein."


Ein Blick in die Vergangenheit Geschichte der Pfarrei Der Roemerstein von Wolferstadt Hagau Das Ehehaftbuch von 1571 Franzosen in Wolferstadt Geschichtliches von Zwerchstrass
Sühne für Mord und Totschlag Anwesen und deren Besitzer im 19.Jahrhundert Gefallen für...............

Wolferstadt im Licht der Ehehaft von 1571

Geschichte der Schule

Kapelle

Quellen der Geschichte: Gemeinderechnungen

Wolferstadt im Lichte der Ehehaft von 1571

Einleitung
Was bedeutet "Ehehaft"?
Neufassung von 1571
Fürstentum Neuburg
Das Domkapitel
Der Bereich der Hofmark
Die Bewohner
Allmende
Feldfrevel, Viehschäden, Zaunschäden, Gewässer
Weideordnung, Viehhirte, Zuchtviehhaltung, Nachtweide
Kastner - Richter - Vogt
Das ""Baugeding": Einberufung, Teilnahme
Dorf-, Pacht- und Gerichtsversammlung
Gerichtspersonen: Vereidigung
Die Vierer
Der Meier
Der Flurer
Hohe und Niedere Gerichtsbarkeit
Das Dorfgericht:
Innere Sicherheit: Waffen, Bedrohungen, Hausfrieden, Gottesläserung
Strafvollzug vor Ort
Ehehaftgwerbe: Maße und Gewichte-Dorfwirtschaften
Dorfmetzger-Tanzplatz -Dorfbader - Müller
Feuerschutz
Epilog, Schluss