Was verstehen wir unter "Ehehaft"?

Eine reiche Quelle ortsgeschichtlich relevanter Fakten bietet das Wolferstädter Ehehaftbuch von 1571, die älteste uns im Gemeindearchiv erhaltene Schrift. Hier finden wir aufschlussreiche und interessante Einblicke in die Lebenswelt unserer Ahnen




Der Wortteil „Ehe“ in „Ehehaft“ steht im heutigen Sprachgebrauch für Gemeinschaft von Mann und Frau.und bildet die rechtliche Basis im Zusammenleben der Ehepartner. Das Ja-Wort der "Eheleute" ist ein unverbrüchliches Versprechen; ein Vertrag also, der ihnen „anhaftet“ "bis der Tod sie scheidet".
Mit „Ehhalten“ bezeichnete man einst die Dienstboten, die auf dem Hof beschäftigt waren. Meist an Lichtmess wurden sie vom Bauern "gedingt" d.h. vertraglich in Dienst gestellt genommen, was mindestens ein Jahr lang für beide Partner verbindlich war. Hier bezeichnet das Wort "Ehe" ein rechtlich sanktioniertes Dienst- oder Arbeitsverhältnis.
Analog hierzu bedeutet "Ehehaft" also eine verbindliche Übereinkunft der Glieder einer Dorfgemeinschaft, ein "ehernes" d.h. ein unauflösliches Gesetz, das für immer Gültigkeit haben soll. Eine etwas nüchternere und für uns geläufigere Bezeichnung dafür ist "Dorfordnung" in etwa vergleichbar mit der heutigen Gemeindeordnung.

Entstehung und Zweck:

Sinn und Zweck der "Ehehaft" bestand darin, dass damit Konflikte zwischen den Dorfbewohnern geregelt oder vermieden werden sollten. Es umfasst also eine Sammlung von Geboten und Verboten, Verordnungen und Bestimmungen, von "Spielregeln", die das Alltagsleben im Dorf regeln sollten und die Einwohner dazu verpflichteten , sie einzuhalten.
Entstanden aus den Erfahrungen vieler Generationen wurden derartige Dorfordnungen über Jahrhunderte hinweg nur mündlich überliefert. Redewendungen wie "nach Herkommen", "von Alters her" oder "seit Menschengedenken" waren für unsere Vorfahren eherne Grundsätze und rechtlich bindend, denn "es ist schon allweil so g`west".
Später fanden die wesentlichen Inhalte dieser "Gewohnheitsrechte" ihren schriftlich Niederschlag in der "Ehehaft". Ihre Bestimmungen reglementierten das Dorfleben und wurden selbst von den außerdörflichen Herrschaften im wesentlichen respektiert..

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Anwesen im 19.Jh. Gefallen für ... Wolferstattische Ehehaft Schule Kapelle Gemeinderechnungen

Wolferstadt im Lichte der Ehehaft von 1571

Einleitung
Was bedeutet "Ehehaft"?
Neufassung von 1571
Fürstentum Neuburg
Das Domkapitel
Der Bereich der Hofmark
Die Bewohner
Allmende
Feldfrevel, Viehschäden, Zaunschäden, Gewässer
Weideordnung, Viehhirte, Zuchtviehhaltung, Nachtweide
Kastner - Richter - Vogt
Das ""Baugeding": Einberufung, Teilnahme
Dorf-, Pacht- und Gerichtsversammlung
Gerichtspersonen: Vereidigung
Die Vierer
Der Meier
Der Flurer
Hohe und Niedere Gerichtsbarkeit
Das Dorfgericht:
Innere Sicherheit: Waffen, Bedrohungen, Hausfrieden, Gottesläserung
Strafvollzug vor Ort
Ehehaftgwerbe: Maße und Gewichte-Dorfwirtschaften
Dorfmetzger-Tanzplatz -Dorfbader - Müller
Feuerschutz
Epilog, Schluss