Feldfrevel

Unerlaubte Ein- und Übergriffe auf fremde Grundstücke galten als besonders verwerflich und wurden als Feldfrevel geahndet. Die Ehehaft beinhaltet hierzu detaillierte Vorschriften:

Wenn Einer dem Andern übermeeht (übermäht), überschneidt
überackert oder überzäunt, soll zur Straf
geben dreyßig Creuzer oder ufs Maist ain Gulden
und dem beschedigten gebürlichen Abtrag thun.

Bei manchemTagelöhner oder kleinen Söldner stand oft nur eine armselige Geiß im Stall . Da sie keinen oder nur geringen eigenen Grund besaßen, mussten die Leute das nötige Futter mühsam an den Feld- und Wegrainen sammeln. Wer aber beim Abgrasen auf einem fremden Grundstück ertappt wurde geriet mit den Ehehaftvorschriften in Konflikt.

Item wehr dem Andern in dem Seinen zue schaden grast,
soll gestraft werden umb zwainzig Pfennig und der
so der schaden zuegefiegt wirdt nach der Erkenntnis
der Vierer Abtrag thuen.

Viehschäden:

Für Schäden , die durch das Vieh verursacht wurden, war der Halter verantwortlich und wurde dem entsprechend bestraft.

Item, wenn jemand Roß oder ander Vieh zu schaden lest
gehen, soll von jedem Stück zwelf Pfennig Straf geben
und sich mit dem Beschedigten nach erkandtnis der
Hofmarkherrschaft vertrag..
.

Zaunschäden:

Die einzelnen Grundstücke waren in der Regel zum Schutz vor allerlei schädigendem Getier mit einem Zaun umgeben. Wer ihn absichtlich oder versehentlich beschädigte, wurde nach Maßgabe der Ehehaft zur Rechenschaft gezogen.

Item, wer dem Andern sein Zaun aufreißt, dadurch
ihm Schaden möcht geschehen, ist zur Straf verfallen
zwainzig Pfennig und soll den Zaun uf seine Costen
zuzumachen schuldig sein.

Gewässerschutz:

Im Hinblick auf die Gesundheit von Mensch und Tier wurde mit Nachdruck die Reinhaltung der Gewässer angemahnt:

Item, man soll auch die Prunnen im Landgericht
gelegen rhain halten und niemand unge-
bierlich damit umgehen. Welcher aber das über-
feret, soll der Herrschaft sechzig Pfennig Straf geben

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Wolferstadt im Lichte der Ehehaft von 1571

Einleitung
Was bedeutet "Ehehaft"?
Neufassung von 1571
Fürstentum Neuburg
Das Domkapitel
Der Bereich der Hofmark
Die Bewohner
Allmende
Feldfrevel, Viehschäden, Zaunschäden, Gewässer
Weideordnung, Viehhirte, Zuchtviehhaltung, Nachtweide
Kastner - Richter - Vogt
Das ""Baugeding": Einberufung, Teilnahme
Dorf-, Pacht- und Gerichtsversammlung
Gerichtspersonen: Vereidigung
Die Vierer
Der Meier
Der Flurer
Hohe und Niedere Gerichtsbarkeit
Das Dorfgericht:
Innere Sicherheit: Waffen, Bedrohungen, Hausfrieden, Gottesläserung
Strafvollzug vor Ort
Ehehaftgwerbe: Maße und Gewichte-Dorfwirtschaften
Dorfmetzger-Tanzplatz -Dorfbader - Müller
Feuerschutz
Epilog, Schluss