Zum Schanzen nach Ingolstadt

In den strategischen Planungen spielte die Festung Ingolstadt eine zentrale Rolle. Unter Einsatz aller verfügbaren finanziellen,materiellen und personellen Mittel sollten die Festungsanlagen zu einem sicheren Bollwerk ausgebaut werden. Die erforderlichen Arbeitskräfte wurden aus der Zivilbevölkerung rekrutiert. Auch aus Wolferstadt wurden Männer zu Schanzarbeiten nach Ingolstadt eingezogen. Die anfallenden Kosten (Verpflegung,Unterkunft, Entlohnung) gingen größtenteils zu Lasten des Gemeindehaushaltes.

In der Gemeinderechnung von 1799 ist zu lesen:

Den 23. Merz 1799 wurden von hier nach Ingolstadt 35 Mann zur Schanzarbeith abgeordnet und jedem des Tags 40 Xr. bezahlt, so pr. 6 Tag ansetzet

Den 30ten Merz 1799 wurden ferner 3 Mann zur Ingolstädter Schanzarbeith abgeschickt und jedem des Tags 40 Xr. bezahlt, so pr. 6 Tag ausweiset

Den 28ten Aprill 1799 wurden abermahls 36 Mann nach Ingolstadt zur dortigen Schanzarbeith abgeordnet und jedem des Tags 30 Xr., sohin pr. 6 Tag bezahlt

Im Juli erging an die Gemeinde wiederum ein Gestellungsbefehl, in dem es hieß:

An die Gemeinde Wolferstadt
Morgen als den 27. Juli haben 19 Mann auf die Schanz nach Ingolstadt, Hagau 1 Mann bey Straf unausbleiblich zu erscheinen.

Wie aus der Gemeinderechnung zu entnehmen ist mussten Boten mit dem für Unterkunft und Verpflegung der Leute erforderlichen Geld nach Ingolstadt geschickt werden

Dem Andreas Beistle ( Hs.Nr. 88 "beim Käser") und Carol Weiß (Hs.Nr.20 "beim Binder") wurden wegen einem Gang nach Ingolstatt bezahlt:

6 f

Wegen schantz arbeiter zu bezahlen und daß gelt zu überliefern

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Zu Fuhren mit Baumaterial wurden die Wolferstädter ebenfalls herangezogen:

Den 29. Merz 1799 sind 3 dreyspännige Wägen nach Ingolstadt mit Baumstämmen zur dortigen Schanzarbeit abgeschickt, pr. 9 f des Tags der Wagen sohin pro 3 Tag a`3 Wägen bezahlt worden

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