Frau Lotte Rudzinski aus Dirschel schrieb an Familie Hönle:

„Da ich nun die Grabstätte Ihres Sohnes Anton gefunden habe, möchte ich Ihnen zunächst einmal das herzliche Beileid von uns allen übermitteln. Der Tod Ihres lieben Sohnes ist umso trauriger als er ja in in den letzten Tagen dieses unseligen Krieges, schon in Anbetracht der Aussichtslosigkeit auf ein gutes Ende erfolgt ist. Die letzten Lebenstage des armen Jungen waren voll schwerer Kämpfe. Es waren wohl die letzten mutigen Widerstände. Das Grab Ihres Sohnes ist 2 km von Kronstädt entfernt. Die Russen waren schon zu Ostern in dem Städchen - um diese 2 km wurde 3 Wochen gekämpft.

Das Grab liegt in einem schönen Wiesengrund am Bachrand. Der Bach bildet dort die tschechische Grenze. Jenseits des Baches beginnt sofort der große Wald von Küchelna. Wie mir die Kranstädter Leute mitteilten, war dort die Artillerie in Stellung und mußte dort im Wald mehrere Geschütze zurücklassen.

Ich habe für den 15. April, den 3. Todestag Ihres Sohnes, um ½ 7 Uhr eine hl. Seelenmesse in der Pfarrkirche zu Kranstädt für Anton Hönle und seine Kameraden bestellt. Ich selbst werde dort sein und sein Grab besuchen und ein Lichtel anzünden.

Später wurden sämtliche Krieger, die im Umkreis von Kranstädt fielen und beerdigt wurden, umgebettet in ein großes Soldatengrab im Friedhof zu Kranstädt. Anton Hönle liegt nun in geweihter Erde gleich beim Haupteingang der Kranstädter Kirche Seite an Seite mit 115 Kameraden. Dem Namen nach bekannt ist nur Anton Hönle und ein Mann aus Ratibor.

Anton Hönle


geb. 2. April 1924
gefallen am 15. April 1945
in Kranstädt südl. Ratibor


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