Sehr geehrter Herr Schneid

Es obliegt mir die traurige Pflicht, Sie von dem Heldentod Ihres Sohnes Eduard in Kenntnis zu setzen.
Seine Batterie schoß am 6.5. mittags 11 Uhr. Der Feind antwortete. Eine Granate schweren Kalibers traf mitten in den Splittergraben, wohin sich die Kanoniere geflüchtet hatten, tötete 4 Kanoniere, darunter auch Ihren Sohn, sofort und verwundete 3 weitere. Der Geschützführer in ihrer Mitte blieb unverletzt.
Ich komme soeben von seinem frischen Grab in Korkuli vor Leningrad, wo wir ihn und seine Kameraden der Erde übergaben. Aus der Grabrede seines Batterieführers zitiere ich Ihnen wörtlich:


„Der Obergefreite Schneid war ein ausgezeichneter, in vielen Lagen brauchbarer Richtkanonier. Ihm oblag auch die Verpflegung, teilweise hatte er auch die Küche unter sich; immer hat er mit äußerster Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit für uns gesorgt. Erst vor wenigen Tagen habe ich ihn wegen seiner Tapferkeit zum EK II vorgeschlagen. Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut, ihm die wohlverdiente Auszeichnung an die Brust heften zu können: nun ist es leider anders gekommen. Der Tod dieses lieben Kameraden geht uns allen sehr nah. Das geht uns, der Einheit, die ihn auf eigenen Wunsch zur Artillerie abstellte, allen so. Beim Verlassen seiner Stammtruppe habe ich ihn in Anerkennung seiner Brauchbarkeit zum Obergefreiten befördert und mit Freude und Stolz seine in Bälde zu erwartende Rückkehr erhofft. Es hat nicht sollen sein. Ein hartes Schicksal rief uns an sein Grab, an dem heute seine Kameraden Abschied nahmen.
Kamerad Eduard Schneid, wir grüßen Dich und bewahren Dir in unserem Herzen ein treues Andenken.


Liebe Familie Schneid, wieviel mehr wird für Sie diese Trauerbotschaft bedeuten! Vielleicht aber kann Ihnen unsere herzliche Anteilnahme die erdrückende Schwere dieser Stunde erleichtern.
Wenn in einiger Zeit das Grab fertiggestellt sein wird, geht Ihnen ein Bild desselben zu. Der Nachlaß Ihres Sohnes wird Ihnen voraussichtlich durch II. Artillerie-Regiment zugestellt.

Es grüßt Sie herzlichst

Ihr
Fraundorfer
Hauptmann u. Einheitsführer

Eduard Schneid

Bürgermeisters- und Gastwirtssohn,
29 Jahre
Obergefreiter in einer Artillerie-Batterie
gefallen am 6.Mai 1942 in Korkuli vor Leningrad


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