Das geteilte Dorf

Die Meinungsverschiedenheiten der herrschaftlichen Kontrahenten kümmerten die Hagauer wenig. Die neue Lehre hatte bei ihnen guten Anklang gefunden, ja sie wurden mit der Zeit sogar eifrige Lutheraner. Der angeordneten Rückkehr zum Katholizismus unter Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm im Jahre 1617 leisteten sie daher zähen Widerstand. Sie boykottierten hartnäckig die katholischen Gottesdienste in Hagau und Wolferstadt und gingen stattdessen in die evangelische Kirche nach Polsingen. Die Männer pflegten dies auch noch weiter, nachdem ihre Frauen schon längst wieder zur alten Lehre zurückgekehrt waren und die Messen zu Hagau bzw.Wolferstadt besuchten. Schließlich blieb ihnen nichts anderes übrig - aus welchen Gründen auch immer - dem Beispiel ihrer Frauen zu folgen und in den Schoß der Mutter Kirche zurück zu kehren.. Inzwischen jedoch hatten die Frauen die Kirchenstühle auf der rechten Seite belegt, die nach altem Brauch den Männern vorbehalten waren. So blieb den Vertretern des "starken Geschlechts" nichts anderes übrig als mit den Plätzen auf der minderen linken Seite vorlieb zu nehmen. Und dies ist bis heute so geblieben.
Nach der Rekatholisierung verlor Hagau endgültig seine Frühmesser. Dafür wurde dann in der Pfarrei Wolferstadt eine Cooperatur für die Seelsorge in der Filialkirche Hagau istalliert. Bis 1956 versah als letzter Cooperator Anton Bauer dieses Amt.

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Hagau um 1776


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Hagau

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Die Frühmessstiftung
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Das geteilte Dorf
Hagau um 1776
"Status personalis et realis"