Schwestern für Ambulante Krankenpflege, Kindergarten, Handarbeitsunterricht

Im November 1929 regte Pfarrer Strobl anlässlich eines Pfarrabends im Gasthaus Braun die Errichtung einer klösterlichen Schwesternstation an mit dem Ziel, eine ambulante Krankenpflege und einen Kindergarten im Ort zu installieren. Die Bevölkerung stand dem Vorschlag jedoch zunächst eher skeptisch gegenüber.
Um eine Klärung herbeizuführen veranlasste Bürgermeister Xaver Vogel im Februar des folgenden Jahres eine Unterschriftenaktion. Das Ergebnis war überraschend deutlich: 118 Personen votierten für das Vorhaben.
Am 9. März wurde auf Vorschlag des Pfarrers ein Verein gegründet mit dem Namen "Verein für ambulante Krankenpflege und Kindergarten".
Der Pfarrer wurde beauftragt, Kontakt zu den zuständigen kirchlichen und weltlichen Behörden aufzunehmen und die erforderlichen Genehmigungen einzuholen.
Am 23, und 27.Mai 1930 kam die Zustimmung des Bischöflichen Ordinariats.
Das Bezirksamt (Landratsamt) Donauwörth sagte die wohlwollende Unterstützung für das Vorhaben zu. Oberregierungsrat Hohenbleicher stellte zudem eine jährliche Bezuschussung in Aussicht.
Die Verhandlungen mit dem Mutterhaus der Kongregation vom "Göttlichen Kinde Jesu" in Würzburg-Oberzell führten zu einem positiven Ergebnis: Es sollten vorläufig 2 Schwestern dem Verein zur Verfügung gestellt werden, je eine für die ambulante Krankenpflege und den Kindergarten. Die Kindergartenschwester sollte außerdem in den Wintermonaten, in denen der Kindergarten geschlossen bleiben sollte, für die weibliche Jugend Unterweisung in Handarbeit anbieten. Am 7. Juni 1930 konnte der Vertrag mit dem Mutterhaus unterzeichnet werden.
Bereits am 15.Juni 1930 hielten die Ehrw.Schwestern Adalberta Grundel und Doris Thumann Einzug in Wolferstadt. Das Begrüßungszeremoniell begann mit einer feierlichen Andacht in der Pfarrkirche. Als Ehrengäste waren anwesend:
Oberregierungsrat Hohenbleichen aus Donauwörth
H.H.Geistl.Rat Pütz von Wemding
H.H.Abt Bernhard Widmann von Seligenporten
H.H.Geistl.Rat und Kapellmeister Widmann von Eichstätt
sowie die H.H.Pfarrer aus der Nachbarschaft.
Im Anschluss an die Dank-und Segensandacht wurde im Rahmen einer schlichten aber herzlichen Feier im Gasthaus Braun den Schwestern ein herzliches Willkommen bereitet. Mit der Einführung der Schwestern in ihr neues geschmücktes Heim, einem Nebengebäude des Gasthauses Braun, schloss die Feier.

Das erste Schwesternheim

Der kleinen Station wurde noch eine dritte Schwester, eine staatlich anerkannte Handarbeitslehrerin zugewiesen: Schw.Amaltrudis Memmel.

Ende 1938 wurde dem Verein für amb.Krankenpflege und Kindergarten die Abhaltung bzw.Betreuung des Kindergartens von der Kreisleitung der NSDAP und vom Landrat verboten.
Für die Erteilung des Handarbeitsunterrichtes musste alljährlich die Genehmigung eingeholt werden.

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