Lehrsaalgebäude von 1889

Statt aufwändiger Um-bzw.Erweiterungsarbeiten am bestehenden Schulhaus entschloss man sich zum Neubau eines "Lehrsaalgebäudes", einem einfachen und kostengünstigen Zweckbau, der den bescheidenen Anforderungen gerecht werden sollte, ohne die Gemeinden über Gebühr finanziell zu belasten.
Für den Bauplatz erwarb man vom Grundstück Pl.Nr.1260 des Söldners Jakob Lill 14 Dezimal und die Gemeinde stellte von ihrer "Wiese und Grasplatz" (Pl.Nr. 1259) auf dem Kirchberg 5/10 Ar und von einer Wegfläche 4/10 Ar unentgeltlich zur Verfügung.

Am 4.Februar 1889 verschickte Bürgermeister Vogel je eine Bekanntmachung an den Stadtmagistrat zu Monheim und Wemding sowie an die Gemeinde Otting bezüglich der Ausschreibung der Bauarbeiten mit der Bitte um ortsübliche Veröffentlichung:

Betreff: Versteigerung der bei Erbauung des hiesigen Schulsaalgebäudes notwendig gewordenen Arbeiten

Bekanntmachung

Montag, den 11. Februar 1889 nachmittags 2 Uhr

werden in dem Schneidschen Gasthause zu Wolferstadt die behufs Erbauung des dortigen Schulsaalgebäudes nothwendig werdenden Arbeiten zur öffentlichen Versteigerung gebracht, was mit dem Bemerken bekannt gegeben wird, daß Kostenvoranschlag in der Wohnung des Herrn Bürgermeisters zu Wolferstadt zur Einsichtnahme aufliegt.

Hochachtungsvollst

Vogel, Bürgermeister

Den Zuschlag für die gesamte Bauausführung erhielt der Wemdinger Maurermeister Benedikt Auktor. Noch im gleichen Jahr konnte das neue Lehrsaalgebäude eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. Es standen nun 2 geräumige Schulsäle mit je 90 qm zur Verfügung. Nebenräume, wie Lehrerzimmer oder Räumlichkeiten für Lehrmittel oder Schulleitung waren allerdings nicht vorgesehen. Die anfallenden Schulakten und der bescheidene Bestand an Lehr-und Lernmitteln mussten in einem Zimmer im alten Schulhaus aufbewahrt werden.

Lehrsaalgebäude von 1889


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