Schulhausbau 1963/64

Am 18.10.1961 fand durch Vertreter der Regierung von Schwaben unter Regierungsschulrat Alois Willer eine diesbezügliche Besichtigung der Schule statt. Dem Schulverband wurde dringend nahegelegt, umgehend mindestens 2 neue Schulräume bereitzustellen.

Die ersten Überlegungen gingen davon aus, das alte Schulhaus nordwärts durch einen Anbau zu erweitern. Dabei müsste der vorhandene Dachstuhl in Nord-Südrichtung gedreht werden.
Am 27.Juli 1962 befasste man sich in einer Sitzung des Schulverbandes eingehend mit dem Thema. Anwesend waren Landrat Dr. Popp, Schulrat Steinhart, die Bürgermeister der Schulverbandsgemeinden: Martin Kleinle Wolferstadt, Xaver Deffner Hagau, Georg Lehner Zwerchstrass und Karl Häfelein Otting mit ihren Gemeinderäten sowie die beiden Lehrer Sailer und Wiedemann. Vor allem Landrat Dr. Popp legte den Anwesenden dringend nahe, das Vorhaben zügig zu verwirklichen und er versprach dazu die volle Unterstützung des Landkreises.
Bereits am 13.August 1962 begaben sich die Bürgermeister des Schulverbandes sowie Lehrer Wiedemann nach Augsburg, um mit den verantwortlichen Vertretern der Regierung von Schwaben Einzelheiten des Projektes zu erörtern. Nachdem der zuständige Sachbearbeiter für den Schulhausbau, Regierungsschulrat Willer, unmissverständlich eine rasche und zukunftweisende Lösung des Schulraumproblems anmahnte, zeigte Regierungsbaurat Specker an Hand einer groben Skizze, wie er sich den Erweiterungsbau vorstellte.
Dieser „amtliche Vorentwurf“ diente Herrn Baumeister Beyer aus Wemding als Vorlage zur Erstellung eines detaillierten Bauplanes, der umgehend den zuständigen Behörden zur Genehmigung vorgelegt wurde.
Die Baukosten waren auf 315000 DM veranschlagt, wovon 37% an staatlichen Zuschüssen in Aussicht gestellt wurden.
Der Beginn der Bauarbeiten war für das Frühjahr 1963 vorgesehen, verzögerten sich jedoch bis September. Die Klassen mussten für das gesamte Schuljahr umgesiedelt und notdürftig anderweitig untergebracht werden.

Jahrgänge

Schüler

Lehrkraft

notdürftige Unterbringung

1/2

42

Gertrud Wiedemann

im alten Schulhaus

3/5

51

Maria Storkmeier

im alten Kindergarten
an der Wemdinger Str.

6/8

49

Anselm Wiedemann

im Kastenhaus
(Unterer Wirt)

Ein letzter Blick auf das alte Schulhaus, in dem seit 1889 zahlreiche Schüler und Schülerinnen ihre Schulzeit verbracht haben. Am Eingang ist der Traktor vom Unteren Wirt zu sehen, mit dem die Schülertische und -stühle zu den Notunterkünften abtransportiert wurden.

Der Rest vom alten Schulhaus

Eingang zum unteren Klassenzimmer

Schweres Gerät im Einsatz

Schulruine

Es zeigte sich jedoch bald,dass das alte Mauerwerk schadhaft und für den geplanten Umbau nicht die erforderliche Tragfähigkeit hatte. In einer außerordentlichen Sitzung des Schulverbandes wurde die neue Situation kontrovers und leidenschaftlich erörtert. Schließlich einigte man sich schweren Herzens darauf, das alte Schulhaus vollständig abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen
Viele Wolferstädter zeigten sich schockiert von der neuen Entwicklung. „Das schöne Schulhaus“ einfach abzureißen, damit wollte und konnte man sich nicht abfinden. Man erinnerte an die in den letzten Jahren vorgenommenen Investitionen: neue Fenster, neuer Fußboden, neues Gestühl usw. „Man hätte das Gebäude stehen lassen können und es zum Beispiel als Nähstube und Haushaltungsschule für die weibliche Jugend verwenden können.“ Vor allem die „horrenden Kosten“ eines Neubaues hielten viele für unverantwortlich. Die Amtsträger, vor allem Bürgermeister Kleinle waren massiven Anschuldigungen und Vorwürfen ausgesetzt, die Gemeinden in den finanziellen Ruin zu stürzen.
Ein Blick in die Baugrube: Lehner Otto bei der Arbeit
Das Kellergeschoss nimmt Gestalt an: Turnraum
Die Arbeiten gehen zügig voran
Die 2.Decke wird betoniert
Arbeiten am Obergeschoss
Der Winter steht vor der Tür. Der Fortgang der Arbeiten ist gefährdet.
Offene Feuer sollen die frisch betonierte Decke vor nächtlichen Minusgraden schützen

Aus Umbau wird Neubau

Im Schulverbandsausschuss fand man sich schließlich mit der unerfreulichen Situation ab. Statt eines Umbaues sollte es nun ein kompletter Neubau werden mit zusätzlichen Räumen ( Turnraum, Werkraum, Schulküche) im Kellergeschoss. Landrat Dr. Popp ermunterte den Schulverband, die Bauarbeiten nicht zu unterbrechen sondern zügig fortzusetzen, ohne die behördliche Genehmigung abzuwarten.
Baumeister Beyer wurde beauftragt, dahingehende Pläne zu fertigen. . Nach neuesten Berechnungen musste man davon ausgehen, dass die Baukosten von etwa 315 000 DM auf ca 468 000 DM ansteigen werden.
Im Herbst 1963 herrschte an der Baustelle Hochbetrieb, denn die Arbeiten sollten bis Beginn des Schuljahres 1964/65 abgeschlossen sein.

Am 16.September 1963 rückten Bauarbeiter der Fa.Vogel aus Fünfstetten mit ihren Maschinen an, um zunächst am alten Schulhaus den Dachstuhl abzutragen.


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Anwesen im 19.Jh. Gefallen für ... Wolferstattische Ehehaft Schule Kapelle Gemeinderechnungen

Schulgeschichte

1.Schule im Mittelalter
2.Reformationszeit
3.Anfaenge am Ort
4.Allgemeine Schulpflicht
5.Rehmsche Schulstiftung
6.Werktagsschueler 1840
7.Mädchenschule
8.Schule-im-19. Jahrhundert
9.Erziehungs-und Unterrichtsprinzipien
10.Kleine-Schul-grosse-Schul
11.Schulbuaba und Schulmädli
12.Armes Dorfschulmeisterlein
13.Öffentliche Feste und Feiern
14.Laufbahn und Beoldung
15.Fassion von 1850
16.Verweser oder Lehrer?
17.1840 Ein neues Schulhaus
18.Bauvorbereitungen
19.Finanzierung
20.Sanierung oder Neubau?
21.Auf Heller und Pfennig
22.Schulhaus von 1889
23.Wasser fuer die Schule
24.Schule im 20.Jahrhundert
25.Lehrer in Wolferstadt
26.Schule in der NS-Zeit
27.Mühsamer Neubeginn
28-Schule platzt aus allen Naehten
29.Fluechtlinge und Heimatvertriebene
30.Schule im Wandel
31.Schulhausbau 1963/64
32.Richtfest -Einweihung
33.Neuordnung des Schulwesens
34.Dienstwohnung des Lehrers