Pfarrkirche St. Martin

Vermutlich bestand in vorchristlicher Zeit auf der Höhe des Kirchberges oberhalb eines im Jahre 1927 aufgedeckten Reihengräberfeldes (Anwesen Baumann) in exponierter Lage mit freiem Blick nach Osten zur aufgehenden Sonne eine heidnische Kultstätte, wo Gebets- und Opferhandlungen vorgenommen wurden.

Der im Untergeschoss des Turms der Pfarrkirche aufgefundene römische Grab- oder Weihestein könnte seinen ursprünglichen Platz in diesem „heiligen Bezirk“ gehabt haben.

Der langen Kulttradition dieser Stätte folgend wurde nach dem allmählichen Übergang zum Christentum das erste Gotteshaus hier auf der weitab vom besiedelten Tal liegenden Höhe errichtet und nicht inmitten des Dorfes.

Die exponierte Lage bot die Möglichkeit, eine Wehranlage im Falle kriegerischer Auseinandersetzungen zu schaffen. So wurde der Kirchhof mit einer mächtigen mit Türmen bestückten Wehrmauer umgeben, hinter welcher die Bevölkerung mit ihrer Habe zumindest kurzzeitig Zuflucht nehmen konnte. „St.Martin auf dem Berg“ wird erstmals in einem Verzeichnis der von Bischof Otto um das Jahr 1195 vorgenommenen Weihen von Kirchen erwähnt

Ottheinrich

In den Wirren der Reformationszeit - Wolferstadt war von 1542 bis 1616 ein evangelischer Ort - wurden auf Geheiß des Pfalzgrafen von Neuburg sämtliche Gemälde, Statuen sowie die gotischen Altäre aus dem Gotteshaus entfernt. Sicherlich ging dabei ein ansehnlicher Bestand kunsthistorisch bedeutsamer Zeugnisse verloren Wahrscheinlich hat nur das Reiterstandbild des hl.Martin diese Zeit überdauert.

St.Martin
(got.Reiterstandbild)

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts befand sich die alte Kirche in einem äußerst desolaten baulichen Zustand und war außerdem viel zu klein für die zwischenzeitlich stark angestiegene Bevölkerungszahl. Deshalb entschloss sich das Domkapitel als Patronatsherr zu umfassenden Baumaßnahmen. 1740 begannen die Renovierungs- und Umbauarbeiten. Das Langhaus wurde nach Westen erweitert, der Innenraum im barocken Stil ausgestaltet und dem quadratischen Turmunterbau ein Oktogon (Achteck) mit einer Zwiebelhaube aufgesetzt. Das von Franz Xaver Enderle u.a. geschaffene Altarbild zählt neben der gotischen Statue des hl. Martin mit zu den künstlerischen Kostbarkeiten.. Am 19. April 1749 konnte Bischof Anton II. Freiherr von Freyberg das Gotteshaus konsekrieren.
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Laurentius-Kapelle

Rest einer gotischen Fensterfassung aus der früheren Kirche


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