Von der Hofmark zur politischen Gemeinde

Damit endete eine fast 800 Jahre währende Epoche in der wechselvollen Geschichte des Ortes, die vom Domkapitel Eichstätt entscheidend mitgestaltet wurde. Für die Bewohner war die Hofmark Wolferstadt Lebens-und Arbeitsraum, ihre kleine überschaubare Welt, die sie schätzten und liebten. Im Zusammenwirken - zum Teil auch im Widerstreit - mit der Dorfherrschaft entwickelte sich ein lebendiges Gemeinwesen, mit dem sich die hier lebenden Menschen gerne identifizierten.
Die endgültige Formation der politischen Gemeinde Wolferstadt erfolgte auf Grund der vom bayerischen Staat erlassenen Gemeindeedikte von 1808, 1818 u. 1834. Dabei wurden die Weiler Waldstetten und Steinbühl, die Einöde Erlach sowie die Spitz- und Jakermühle mit Wolferstadt zu einer politischen Gesamtgemeinde (Ruralgemeinde) zusammengeschlossen, die vom Gemeindevorsteher (später: Bürgermeister) und den Mitgliedern des Gemeindeausschusses repräsentiert und verwaltet wurde. Schon 1803 waren durch einen Grenz- und Tauschvertrag mit Preußen die in Steinbühl ansässigen preußischen Untertanen bayerische Staatsangehörige geworden .Die genossenschaftlich genutzten Sondervermögen von Steinbühl und Waldstetten blieben bei jeder der beiden Ortschaften und wurden jeweils von einem gewählten Ortsausschuß und Ortspfleger betreut. Erst 1935 kamen diese Ortsvermögen zur politischen Gemeinde.
Pfarr- und Schulsprengel blieben von den Reformen unberührt und haben bis heute im wesentlichen unverändert ihre
Gültigkeit. Sie umfassten:

die Gemeinde Wolferstadt mit
Steinbühl, Waldstetten, Erlach, Spitz- und Jakermühle

die Gemeinde Zwerchstraß mit
Rothenberg, Brenneisenmühle und Siebeneichhöfe

die Gemeinde Hagau

sowie die zur Gemeinde Otting zählenden Ortsteile
Weilheimerbach, Dattenbrunn und Hentalhof

Übergeordnete Behörden:

Als untere Verwaltungsbehörde blieb zunächst das Landgericht Monheim zuständig. Von 1835 bis 1862 war Wolferstadt vorübergehend dem neu errichteten königl. Landgericht Wemding zugeordnet bis am 1. Juli 1862 die Verwaltung dem neu geschaffenen Bezirksamt Donauwörth übertragen wurde. Leiter dieser Behörde war der königliche Bezirksamtmann.
Als Gericht erster.Instanz blieb das Landgericht Monheim bestehen und wurde am 1. Oktober 1879 in „Amtsgericht Monheim“ umbenannt. Am 1. Juli 1959 wurde es aufgelöst und seine Zuständigkeit an das Amtsgericht Donauwörth übertragen..
Übergemeindliche Aufgaben, wie Straßenbau, Schulwesen, Gesundheits- und Veterinärwesen usw.lagen im Zuständigkeits-bereich des beim jeweiligen Landgericht angesiedelten „Distrikts“.Wolferstadt gehörte bis 1920 zum Distrikt Monheim. bzw. Wemding. Mit Wirkung vom 1. Januar 1920 wurden die Distrikte aufgelöst und in den Bezirk eingegliedert. 1939 wurde der Bezirk in „Landkreis“ umbenannt und der Bezirksamtmann hieß nun „Landrat“.

Die Gemeinden bzw.Landgerichte unterstanden einem „Kreis“.als übergeordneter Verwaltungsbehörde. Zuständig für Wolferstadt war:
ab 1808 der Altmühlkreis mit Sitz des Generalkreiskommissariats in Eichstätt.
ab 1810 der Oberdonaukreis mit der Kreishauptstadt Augsburg
ab 1817 der Rezatkreis mit der Kreishauptstadt Ansbach
ab 1837 der Kreis Schwaben und Neuburg mit der Kreishauptstadt Augsburg.

Neuordnung im Rahmen der Gebietsreform:

Der Zusammenschluß mit den Gemeinden Hagau und Zwerchstraß in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts war ein „historischer Schritt“, der an einer langen gemeinsamen Vergangenheit u.a. in der Pfarrei und im Schulsprengel
anknüpfte und kommunal zusammenführte, was im Bewußtsein der Bevölkerung schon immer als Einheit verstanden
wurde

.

Hagau
Wolferstadt
Zwerchstrass


Wolferstadt Pfarrei Roemerstein Hagau Ehehaftbuch Franzosenzeit Zwerchstrass Sühnesteine
Anwesen im 19.Jh. Gefallen für ... Wolferstattische Ehehaft Schule Kapelle Gemeinderechnungen

Ein Blick in die Vergangenheit

Landschaft
Die ersten Siedler
Eine Siedlung der Alemannen?
Pfarrkirche St.Martin
Laurentius-Kapelle
Herrschaft des Domkapitels
Kastenamt Wolferstadt
Das Hofmarkgericht
Der Zehentstadel
Das Ende der domkapitelschen Herrschaft
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