S i e b e n e i c h h ö f e

Schub, Ellingen

Zu den schönsten und dankbarsten Wandergebieten unserer engeren Heimat gehört unstreitig der große westlich von Treuchtlingen gelegene einsame Waldkomplex des Ulberges. Während in dieser Gegend in früheren Jahrhunderten zahlreiche Höfe und Weiler lagen, ragt heute, von wenigen Einzelhöfen abgesehen, als letzter Zeuge vergangenen Lebens nur noch auf dem Ulberg mitten im Walde die romantische Ruine einer hier gestandenen Wallfahrtskirche in die Höhe.

Zu den ältesten Siedlungen dieses Gebietes gehören wohl die vielen Wanderfreunden bekannten Siebeneichhöfe. Die Tatsache, daß hier eine römische Votivtafel gefunden wurde, die dann in eine Hauswand eingemauert und durch Brand vernichtet worden sein soll, berechtigt zu der Annahme, daß hier im 2. oder 3. Jahrh.n.Chr. ein römischer Gutshof gestanden hat. Jedenfalls aber ist der Hof, der urkundlich 1144 als Sibenheich, später als Sybenach, Simachhof, Sibenaich, Großeneichhof u.a. erscheint, schon uralt. Schon im 11.Jh. soll hier das Bistum Augsburg, dessen Nordgrenze am Südrand des Ulberges vorbeilief, begütert gewesen sein. Über die frühesten Besitzer der Siedlung haben sich urkundliche Nachrichten nicht erhalten.
In das Licht der Geschichte tritt der Hof im Jahre 1144, als der Edle Herbordus de Hebing (Höbing b. Hilpoltstein) dem1102 gegründeten Augustiner-Chorherrenstift Berchtesgaden drei freieigene um den Ulberg liegende Güter, nämlich "Ulberch", "Sibeneich" und "Luozzelmade" mit allen Rechten für sein und seiner Familie Seelenheil schenkte. (Ulberch und Luozzelmade sind schon längst verschwunden) Aber schon im 11. und 13. Jh. gingen, wie überall in unserer Gegend, diese Güter in andere Hände über. Gleich anderen Klöstern hatte wohl auch das Stift Berchtesgaden wenig Freude und Einnahmen an diesem Fernbesitz und stieß ihn deshalb bald wieder ab. Einen Teil dieses Klosterbesitzes übernahmen die Grafen von Pappenheim. Nach einer urkundlich nicht belegbaren Quelle soll der Siebeneichhof 1245-1252 (wohl als Lehen) den Nonnen des Frauenklösterchens Stahelsberg als Sommeraufenthalt gedient haben. (??)
Die Geschichte verlegt hierher (ob mit Recht???) den Sitz der Reichsministerialen von Siebeneich (wohl bei Meran!!). Ein Sproß dieser Adelsfamilie, nämlich Hartmann von Siebeneich, der dem Kaiser Friedrich I. Barbarossa sehr ähnlich sah, rettete seinem 1165 in Susa von den Italienern eingschlossenen Herrn dadurch das Leben, daß er, mit den kaiserlichen Gewändern angetan, sich in des Kaisers Bett legte, während Barbarossa seinen Feinden glücklich entrinnen konnte. Hartmann von Siebeneich wurde tatsächlich in der gleichen Nacht von den Italienern ermordet. Urkundlich ist noch ein Meingold von Siebeneich bekannt, ein Bruder des Ermordeten, der in der hiesigen Gegend Güter an das Kloster St.Ulrich in Augsburg schenkte.

Wie schon erwähnt, war im 12. oder 13.Jh. unter anderen Gütern auch der Siebeneichhof an die Grafen von Pappenheim gekommen. 1341 verkaufte jedoch Marschall Heinrich von Pappenheim, dessen Bruder Johann und beider Schwester Katharina den Hof als freies Eigentum um 117 Pfund Heller an den Deutschen Orden Ellingen und Oettingen. Auch der Besitz, den die Grafen von Pappenheim hier an die Ministerialen, die Ritter von Bieswang, als Lehen ausgegeben hatten, gelangte durch Verkauf 1364 an den Deutschen Orden Ellingen. Nur etliche größere Hofstätten, die vermutlich in alter Zeit von den Grafen von Pappenheim an das Kloster Kaisheim gekommen waren, wurden durch den Abt Kraft an einen gewissen Segerschmidt und von diesem wieder an das Augustinerkloster zu Pappenheim verkauft.

Wie uns das Zinsbuch des deutschen Ordens aus dem Jahre 1536 berichtet, besaß der Orden damals am Siebeneichhof einen Untertanen, der den Deutschen Herren als Abgabe für die Bewirtschaftung des Gutes im Jahre an Geld 16 Pfund, 7 Pfennig, 5 Gulden, ferner für die Schutzvogtei 2 Fastnachthühner und 4 1/2 Metzen Haber abgeben mußte. Der Grundbesitz des stattlichen Hofes betrug außer dem Haus 1 Tagwerk Garten, 5 1/2 Tagwerk Wiesen, 18 Jauchert Acker, 35 1/2 Morgen Holz. Der frühere hiesige Besitz des Deutschen Ordens (seit 1341 erworben) muß also in der Zwischenzeit von diesem abgestoßen oder vertauscht worden sein, damals eine alltägliche Erscheinung. Auch der 1536 gemeldete eine Untertan wurde laut Zinsbucheintzrag anno 1624 an die Grafen von Pappenheim ausgetauscht. Damit hörte der Besitz des Ordens hier für immer auf.

Über die weiteren Schicksale des Siebeneichhofes liegen wichtige Nachrichten nicht mehr vor.

Die seit 1806 erlassenen neuzeitlichen Gesetze hoben endgültig die mittelalterlichen Verhältnisse auf. Im Jahre 1837 umfaßte der Siebeneichhof 3 Wohngebäude; sie bewohnten 3 Familien mit insgesamt 31 Leuten. Die Schäden, die ein Brand 1898 anrichtete, wurden bald wieder behoben. Seit 1806 gehört der Hof zu Bayern.


Ein Blick in die Vergangenheit Geschichte der Pfarrei Der Roemerstein von Wolferstadt Hagau Das Ehehaftbuch von 1571 Franzosen in Wolferstadt
1796-1806
Geschichtliches
von
Zwerchstrass
Sühne für Mord und Totschlag Anwesen
und deren Besitzer im 19.Jahrhundert
Gefallen für...............
1939/1945
+
Wolferstadt im Licht der Ehehaft von 1571 Geschichte der Schule 300 Jahre St.Laurentiuskapelle Quellen der Ortsgeschichte: Gemeinderechnungen
1796-1806

Geschichtliches von
Zwerchstrass

Der Ortsname "Zwerchstrass"
Die Dreistammesecke
Herrschaftsträger und Landesausbau
Abgegangene Orte
Der Ulberg
Unter der Herrschaft Pfalz-Neuburgs
Während der Franzosenzeit
Die politische Gemeinde
Die Siebeneichhöfe