Der Ulberg

Zeugnisse der Vergangenheit birgt der vielen Wanderfreunden bekannte Ulberg, der Hausberg dieser Gegend. Um ihn ranken sich zahlreiche Geschichten und geheimnisvolle Legenden, deren historischer Wahrheitsgehalt allerdings sehr fraglich ist.
Der Name ist wohl als "Eulenberg" zu deuten; ein Zusammenhang mit Ulrich von Truhendingen oder einem Ulrichspatrozinium ist in keiner Weise belegt. Ebenso unhaltbar ist die weit verbreitete Annahme, hier sei einst das Nonnenkloster "Stahelsberg" gestanden und von aufständischen Bauern im 16. Jahrhundert zerstört worden. Dies beruht offensichtlich auf einer Verwechslung, denn ziemlich gesichert gilt heute der Burgberg bei Ursheim (Stahlsmühle) als tatsächlicher Standort.

Noch ungeklärt ist die Herkunft der deutlich erkennbaren wallartigen Erderhebungen in der Nähe des Jägerhauses. Die überlieferten Bezeichnungen "Hunnenringe" oder "Tempel" beruhen auf spekulativen Erklärungsversuchen, in denen von einem Lager der Hunnen, einer heidnischen Kultstätte, einer keltischen Fliehburg, einem römischen Wachtposten ebenso die Rede ist wie von den Überresten einer Turmhügelburg, die ein Herbod von Höbing um 1140 hier errichtet haben soll. Möglicherweise handelt es sich um den Standort jenes Ulberghofes, der in den Urbaren der Marschälle von Pappenheim und des Deutschen Ordens im 14. Jahrhundert öfters genannt wird

Eine eindrucksvolle Sehenswürdigkeit auf dem Ulberg ist zweifellos die "Kappel", deren Gemäuer mitten im Wald in die Höhe ragen. Ihre respektablen Ausmaße und die durchaus anspruchsvolle Architektur deuten auf ein ansehnliches Bauwerk, dessen Zweckbestimmung mit Sicherheit über die einer bloßen Kapelle hinausging. Die Entstehungsgeschichte soll auf einen Marienbildstock zurückgehen, zu dem um das Jahr 1460 zahlreiche Wallfahrer pilgerten. Der Deutschorden als zuständiger Grundherr beschloß daher den Bau der Kirche, und der Landkomtur von Ellingen, Melchior von Neuneck, erbat von Papst Paul II. (1464-1471) einen Ablaß für die frommen Pilger, der im Jahre 1466 auch gewährt wurde. Nach der vorübergehenden Einführung der Reformation Mitte des 16. Jahrhunderts erlosch die Wallfahrt, und die Kirche wurde dem Verfall preisgegeben. Das Gnadenbild kam nach Gundelsheim und befindet sich heute im Diözesanmuseum in Eichstätt. Ein Holzrelief in der Ortskapelle zu Zwerchstraß, den Tod Mariens darstellend, soll ebenfalls aus dieser Kirche stammen.

Die dunklen Gemäuer der Ulbergruine gaben wiederholt Anlass zu geheimnisvollen Spekulationen religiöser Eiferer. In der Zeit zwischen 1724 und 1731 erregte ein gewisser Johann Georg Weber aus Zwerchstrass in der Gegend großes Aufsehen. Der Mann hielt mit seinen Anhängern in der alten Kapelle geheime Zusammenkünfte ab, predigte von verschiedenen Erscheinungen, die er gehabt habe, von einem Kloster, das die Engel gebaut, von einem heiligen Leib, der auf dem Ulberg ruhe und von einer neuen Kirche, die er unter dem Namen St.Jakob zu stiften den Auftrag habe. Die Umtriebe nahmen allmählich ein solches Ausmaß an, dass der Eichtätter Bischof sich gezwungen sah, energisch Einhalt zu gebieten. Der Anführer musste öffentlich widerrufen und als Zeichen der Unterwerfung und Reue sich mit einer schwarzen Wachskerze vor die Kirchentüre zu Wolferstadt stellen.

Der Ulberg mit seinen umfangreichen Waldungen blieb noch bis 1805 im Besitz des Deutschen Ordens; einer seiner letzten Waldaufseher war Xaver Eigen aus Zwerchstraß

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